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Selbstfürsorge als chronisch kranke Person – Ist das überhaupt möglich?

Die meisten Menschen haben eine falsche Vorstellung von Selbstfürsorge. Ja, ich habs ich gesagt. Immer wenn ich jemanden frage, was er oder sie unter Selbstfürsorge versteht, antworten sie: „Eine Gesichtsmaske?“ oder „Vielleicht Yoga?“.

Einleitung:

Die meisten Menschen haben eine falsche Vorstellung von Selbstfürsorge. Ja, ich habs  gesagt. Immer wenn ich jemanden frage, was er oder sie unter Selbstfürsorge versteht, antworten sie: „Eine Gesichtsmaske?“ oder „Vielleicht Yoga?“. Das stimmt zwar, aber besonders als chronisch kranker Mensch ist Yoga meistens nicht möglich und selbst eine Gesichtsmaske kann schon zu herausfordernd sein. Ich werde dir dreißig Selbstfürsorge-Tipps geben, die mir während meiner Zeit mit ME/CFS, POTS, MCAS, hEDS und Hashimoto geholfen haben und dir zeigen werden, dass Selbstfürsorge so viel mehr ist.

Was ist eigentlich Selbstfürsorge?

Jeder hat dieses Wort schon einmal gehört, aber was bedeutet es? Wenn man ins Wörterbuch schaut, heißt es: „Die Praxis, Maßnahmen zu ergreifen, um die eigene Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern.“ Das klingt viel einfacher, als jeden Morgen Yoga zu machen und viel Matcha zu trinken. Ich habe ein Beispiel einer typischen Selbstfürsorge-Checkliste hinzugefügt, die wir nicht brauchen werden, weil sie für einen chronisch kranken Menschen viel zu übertrieben ist. Stelle sicher, deinen Krankheitszustand zu beurteilen, bevor du einen dieser Tipps ausprobierst. Stattdessen werde ich mir einfachere Techniken ansehen, die mir während meiner Krankheit geholfen haben und immer noch helfen. Wie womenshealth.de sagt: „Achte auf deine Bedürfnisse. Es ist in Ordnung, Pausen einzulegen.“

Vergiss nicht wer du bist.

Stufe eins: An alle, die immer noch gegen den großen Sturm kämpfen.

Diese Stufe ist wahrscheinlich das Schlimmste, was ihr jemals erleben werdet, und es tut mir so leid, dass ihr das durchmachen müsst. Als jemand, der für ein paar Monate im Dunkeln war (glücklicherweise), kann ich vielleicht den Schmerz, den ihr durchgemacht habt, als Monate sich in Jahre verwandelt haben, nicht ganz verstehen. Ich möchte nur, dass ihr wisst: Es wird besser werden. Es muss besser werden. Ich habe ein Bild der mentalen Reise, die eine chronisch kranke Person durchmacht, hinzugefügt, in der Hoffnung, dass es bei euch Resonanz findet und euch Hoffnung gibt. Denn ich glaube daran, dass ihr eines Tages auch Stufe sieben, das Zurückgewinnen, erreichen werdet. Ein Zitat, das mich inspiriert hat und euch vielleicht auch inspirieren kann, ist: „Selbstfürsorge bedeutet, sich die Erlaubnis zu geben, eine Pause einzulegen.“ – Cecilia Tran. Es ist okay, nicht zu funktionieren. Es ist nicht eure Schuld, dass ihr krank seid. Ein weiteres Zitat, das perfekt passt, lautet: „Selbstmitgefühl bedeutet einfach, sich selbst dieselbe Freundlichkeit zu geben, die wir anderen schenken würden.“ – Christopher Germer. Gute Besserung und denk daran: „Wenn du zu anderen ‚`Ja‘ sagst, stell sicher, dass du nicht zu dir selbst ‚`Nein‘ sagst.“ – Paolo Coelho.

Phase zwei: Kurz nach dem großen Sturm

Diese Phase nenne ich „Nach dem großen Sturm“, du hast das Schlimmste überstanden und bist bereit, Teile deines Lebens zurück-zugewinnen. Ob sie klein oder groß sind, spielt keine Rolle. Das Einzige, was zählt, ist, dass du an dich glaubst. Im Folgenden sind zehn Tipps zur Selbstfürsorge, um dich in deinem Körper und Geist wohler zu fühlen.

10 Tipps für Selbstfürsorge

  1. Wasche dein Gesicht. 
    Ich habe das immer gemacht, wenn ich mich schmutzig gefühlt habe, aber wegen Müdigkeit nicht duschen konnte. Ich verspreche, es wird dich wohler fühlen lassen. Du musst nicht einmal ein Cleanser benutzen. Lauwarmes Wasser reicht.
  2. Nimm deine Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel.
    Manche vergessen, dass dies auch eine Form der Selbstfürsorge ist. Eine ziemlich wichtige sogar. Ohne meine Mittel und Medikamente wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.
  3. Creme deine Hände ein.
    Sich um sich selbst zu kümmern kann so einfach sein wie dieser Punkt. Es dauert weniger als zwei Minuten und lässt mich viel wohler in meinem Körper fühlen.

  4. Zünde eine Kerze an.
    Ich fühle mich immer viel ruhiger, wenn ich die winzige Flamme tanzen sehe, und vielleicht geht es dir genauso. Aber ich muss dich nicht daran erinnern, eine Kerze niemals unbeaufsichtigt zu lassen.

  5. Denk an drei Dinge, für die du dankbar bist.
    Sich bewusst zu machen, was man noch hat, hat mir sehr geholfen. Früher hatte ich das Gefühl, alles verloren zu haben, aber dann musste ich nur auf meine Hände schauen und erkennen, dass es im Leben noch viel gibt, wofür man dankbar sein kann. Meine Familie, die Sonne und sogar die sanfte Brise, die durch mein Fenster weht. Alles ist besonders, genau wie du.

  6. Zieh gemütliche Pyjamas an.
    Ein Wechsel der Kleidung hat mich immer frischer fühlen lassen, und ich kann mir vorstellen, dass du das auch so empfinden wirst. Besonders, wenn du mehrere Tage dieselben alten Klamotten getragen hast, kann es schön sein, sich selbst wieder normale Dinge tun zu sehen.

  7. Putze deine Zähne.
    Das kann eine ziemlich schwierige Aufgabe sein. Wenn du zu erschöpft bist oder andere Symptome hast, die es dir schwer machen, deine Zähne alleine zu putzen, könntest du eine elektrische Zahnbürste ausprobieren oder jemanden um Hilfe bitten. Selbst Mundspülung ist besser als gar nichts.

  8. Atemübungen.
    Meine Therapeutin hat mir meine Lieblingsübung gezeigt, die auch die einfachste ist. Zuerst atmest du drei Sekunden lang ein, hältst den Atem vier Sekunden an und atmest dann fünf Sekunden lang aus. Klingt nicht zu schwer, oder? Atemübungen können dir helfen, ruhiger zu werden, und wenn dein Herz denkt, es würde an einem Rennen teilnehmen, kannst du seine Geschwindigkeit nach ein paar Wiederholungen reduzieren.

  9. Höre sanfte, leise Musik.
    Das habe ich immer mit geschlossenen Augen gemacht. Es hat mir geholfen, mich zu beruhigen und für kurze Zeit der grausamen Realität zu entfliehen.

  10. Liste zehn Dinge auf, die du an dir liebst.
    Du kannst sie laut aussprechen oder in Gedanken durchgehen, aber ich persönlich bevorzuge es, meinem Nervensystem die Möglichkeit zu geben, meine Liebe zu ihm und meinem Körper zu hören.

Stufe drei: Platzregen.

Der „Platzregen“ ist eine ziemlich unangenehme Phase. Es fühlt sich an, als würde alles stillstehen. Du machst Fortschritte, aber nicht genug, um sie wirklich zu bemerken. Dieser Zustand wirkt wie ein Traum. Fern und verschwommen. Aber er ist entscheidend, um besser zu werden. Genau wie Selbstfürsorge: Wenn du nicht auf Körper und Seele achtest, kannst du nicht gesund werden.

  1. Duschen.
    Wir starten mit einer ziemlich anstrengenden, aber lohnenden Aufgabe. Es kann viel Kraft kosten, aber Duschen gibt einem auf eine gewisse Weise das Gefühl, wieder menschlich und normal zu sein. Denke daran, danach eine Pause zu machen.

  2. Hör dir dein Lieblingslied an.
    Wenn du, so wie ich, ständig überstimuliert warst, hattest du wahrscheinlich nicht die Nerven, dein Lieblingslied zu hören – es sei denn, du magst eher ruhige Musik. Es ist Zeit, es zurückzuerobern und Musik wieder in ihrer vollen Pracht zu genießen.

  3. Kümmere dich um deine Hautpflege.
    Das mag wie ein typischer Punkt zur Selbstfürsorge klingen – und das ist es auch. Aber es ist so einfach und effektiv, sich wieder wohlzufühlen, dass ich es einfach sagen muss. Du musst nicht mehrere Produkte benutzen, schon ein einziges kann deiner Haut ein gesundes und achtsames Gefühl geben.

  4. Nimm deine Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel.
    Manche vergessen, dass das auch eine Form der Selbstfürsorge ist. Eine ziemlich wichtige sogar. Ohne meine Supplements und Medikamente wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin.

  5. Schreib deine Gedanken auf.
    Es muss keine Poesie oder etwas Perfektes sein. Es muss einfach existieren. Ich erinnere mich, dass es mich mehr … echt fühlen ließ. Mehr wie ich selbst. Ein Tagebuch zu führen, ist wichtig, um über deine Gefühle nachzudenken und sie zu analysieren.

  6. Träume von deiner Zukunft.
    Vielleicht lachst du jetzt. Was soll das schon bringen? Aber ich spreche nur von meinen Erfahrungen, und es hat mir sehr geholfen. Eine Perspektive zu haben und sich auf etwas zu freuen, ist wirklich entscheidend, um positiv zu bleiben.

  7. Schneide deine Fingernägel.
    I
    ch liebte es, die gewöhnlichsten Dinge wieder selbst zu machen. Und vielleicht siehst du das Ganze nicht als etwas so besonderes wie ich, aber es könnte dir helfen, dich wieder mehr wie du selbst zu fühlen. Das Nervensystem braucht den Gedanken, normale Dinge zu tun, um eine sichere Grundlage für die Zukunft aufzubauen.

  8. Meditiere.
    Ich weiß, ich weiß. Du hast das schon mehrmals gehört, aber Meditation hat mir so sehr geholfen. Ich sage nicht, dass du es einmal machst und wieder gesund aufwachst oder dass es deinen Körper heilen kann. Aber es hilft, deine Seele zu heilen. Für meinen Teil hat das Kranksein etwas mit meinem Geist gemacht und Meditation half mir, zu reflektieren und zu heilen.

  9. Lies ein bisschen oder höre einen Podcast / ein Hörbuch.
    Auch wenn es nur für zehn oder fünf Minuten ist, bringt es dir trotzdem so viel. Die Gedanken anderer Menschen nach Monaten oder Jahren der Stille aufzunehmen, ist etwas Besonderes. Ich habe viel gelesen, während ich krank war, und ich bin fest davon überzeugt, dass es mir geholfen hat, dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin, genau wie Musik.

  10. Räume deinen Nachttisch auf.
    Eine saubere und gemütliche Umgebung kann dir helfen, dich auf das Wichtigste zu konzentrieren: wieder gesund werden. Ich habe das immer gemacht, wenn ich das Bedürfnis verspürte, mich selbst oder meine Umgebung zu verbessern, aber nicht die Kraft hatte, etwas Großes zu tun. Achte darauf, deine Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel woanders aufzubewahren, damit die Krankheit nicht ständig in deinem Kopf ist.

Stufe vier: Erste Sonnenstrahlen

Ahh. Die „ersten Sonnenstrahlen“ nach Monaten oder Jahren Regen. Wirklich etwas Besonderes. Ich bin immer noch in dieser Phase. Ich werde sehr langsam wieder gesund, aber wenigstens gibt es eine Entwicklung. Ich bin so stolz, dass du es bis hierhin geschafft hast. Also sehen wir mal, was ich als Ass in meinem Ärmel habe.

  1. Mach dein Bett.
    Ich muss nach dieser Aufgabe immer noch eine ziemlich lange Pause einlegen, aber immer-hin liegt man danach in einem sauberen und gemütlichen Bett. Du wirst sehen, wie lohnend diese Anstrengung ist.

  2. Schreibe Tagebuch.
    Wie ich schon gesagt habe, ist es so wichtig für deine mentale Gesundheit, ein Tagebuch zu führen. Du musst nicht jeden Tag darin schreiben wie ein Besessener, es sei denn, du willst. Ein Tagebuch oder Journal ist ein freier, kreativer Ort, an dem du du selbst sein kannst.

  3. Duschen.
    Duschen kann dir sehr helfen, wenn du dich in deiner eigenen Haut unwohl fühlst. Tatsächlich gehe ich immer duschen oder ziehe mich ordentlich an, wann immer ich mich unbehaglich fühle. Das war’s. Und es war für mich super effektiv. Vielleicht wirkt es bei dir auch.

  4. Anziehen.
    Apropos. Sich ordentlich anzuziehen oder sich einfach nur umzuziehen, hat mir geholfen, mich wieder wie ich selbst zu fühlen. Als jemand, der es liebt, sich ordentlich zu kleiden, waren Monate, nur in meinem Pyjama zu verbringen, schrecklich. Aber der Tag, an dem ich mich einfach anziehen konnte, weil ich es wollte und nicht, weil ich einen Termin hatte, war ein Sieg, den ich nie vergessen werde.

  5. Meditiere.
    Ja, ich weiß, ich habe diesen Punkt schon vorher angesprochen. Es ist so ein Klischee geworden, dass die Leute nicht mehr an Meditation glauben. Aber wenn ich meinen Erfahrungen vertraue, kann ich sagen: Es wirkt.

  6. Schreib all die Dinge auf, die du wieder tun kannst.
    Deinen Fortschritt zu verfolgen ist wirklich wichtig, um zu merken, dass du gesund wirst

  7. Nimm deine Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel. Manche vergessen, dass das auch eine Form der Selbstfürsorge ist. Eine ziemlich wichtige sogar. Ohne meine Nahrungs-ergänzungsmittel und Medikamente wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

  8. Verbringe Zeit mit deiner Familie oder deinen Freunden.
    Ob es ein Telefonat oder ein persönliches Treffen ist, spielt wirklich keine Rolle. Das Wichtigste ist, dass man sich wieder sieht. Dass
    du die Menschen wiedersiehst.

  9. Style deine Haare. Das kann eine richtig schwierige Aufgabe sein, aber es lohnt sich total. Ich mache es fast jeden Tag. Als jemand mit langen Locken versuche ich, sie natürlich zu tragen, aber wenn ich nicht die Kraft habe, sie zu stylen, benutze ich einfach ein Glätteisen und sehe mit weniger Aufwand gut aus.

  10. Feiere deine Erfolge.
    Zurückzublicken kann, dir helfen, voranzukommen. Es hat mir sehr geholfen.

Fazit:

Ich habe einige Selbstfürsorge-Tipps aufgelistet und hoffe, dass zumindest einer davon dir auf irgendeine Weise helfen kann. Ich kann nicht versprechen, dass sie helfen werden, ich teile nur meine Erfahrungen mit Selbstfürsorge und wie sie mir geholfen hat. Wenn du mehr über das Leben mit einer chronischen Krankheit und Ähnliches lesen möchtest, schau unbedingt beim „Soon you´ll get better blog.“ vorbei oder abonniere unseren Newsletter für neue, informative und unterhaltsame Beiträge.

von Rhea Sophie Fischer

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Kommentare

  1. Miriam

    Antworten
    Juli 20, 2026

    Liebe Rhea,
    Großartiger Premieren Blog! Liest sich leicht und flüssig. Ich liebe die Bilder und deine warmherzigen Worte! Weiter so !!! Freue mich auf die nächsten Folgen 💓🎉💓🎉

  2. Gerhard

    Antworten
    Juli 21, 2026

    Sehr einfühlsam, ein toller Start für Deinen Blog. Ich bin gespannt auf Deinen nächsten Beitrag.

  3. Bonny

    Antworten
    Juli 23, 2026

    Sehr gut und einfühlsam geschrieben. Ich freue mich schon sehr darauf deine weiteren Blogbeiträge zu lesen. Super gemacht!

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